Demokratie – so schlau wie eine Münze

Letzter Bearbeitungsstand: 10.06.2019

Eine Münze hat zwei Seiten: Kopf und Zahl. Hätte man sie bei der Frage nach dem Brexit so häufig in die Luft geworfen, wie Großbritannien Wahlberechtigte hat, so wäre das Ergebnis wohl nicht viel anders ausgefallen. „Rettet die Bienen“ war der Slogan einer Wählerbefragung in Bayern. Die Bienen haben gewonnen. Wäre das Motto der Veranstaltung „Rettet die Zecke“ gewesen, so wäre das Ergebnis der Aktion sicherlich mau gewesen.

Vom Bienensterben zur Demokratie

Dabei wäre das Zeckenmotto viel treffender als das Bienenmotto. Bienen können nicht aussterben. Die Bienenstöcke befinden sich im Eigentum von Imkern. Häufig leben diese vom Aufstellen ihrer Völker für die Befruchtung von Pflanzen sowie vom Honigverkauf. Stirbt eines der Völker, so setzt der einzelne Imker alle Hebel in Bewegung, ein neues Volk heranzuzüchten, denn darauf basiert sein Geschäftsmodell. Stirbt jedoch ein Teil der wildlebenden kleinen Plagegeister, darunter Milben wie die Zecke und Insekten, an denen niemand ein Eigentum hat, aus, so wird sich außer ein paar Idealisten auch niemand darum kümmern, den Schaden wieder rückgängig zu machen. Weshalb sterben die Elefanten aus, obwohl wir sie nicht auf den Speiseplan haben? Hühner, Enten, Rinder, Schweine gibt es dagegen stets genug, obwohl wir sie ständig verspeisen.

Aus Sicht der Naturschützer war das Motto der Volksabstimmung „Rettet die Bienen“ gut gewählt. Doch es basierte auf einer Wählertäuschung.

Ohne Information ist Demokratie nichts

Kennen Sie die drittgrößte Wahl, gemessen an der Anzahl der Wahlberechtigten, nach der Europa-Parlaments-Wahl und der Bundestagswahl? Es ist die Sozialwahl. Im Jahr 2017 gab es 50,4 Mio. (!) Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag aber nur bei bescheidenen 30,4%. Die Sozialwahl soll den Versicherten und auch den Arbeitgebern die Möglichkeit geben, an den Entscheidungen der Sozialversicherungsträger mitzuwirken.

Die Wahl selbst ist eine Farce, denn regelmäßig werden aufgrund einer Vorabstimmung der beteiligten Gruppierungen, im Allgemeinen die Gewerkschaften, nicht mehr Kandidaten aufgestellt, als Plätze zu besetzen sind. Mithin entscheiden die Wähler nichts, gar nichts! Jeder Kandidat ist gewählt.

Ich hatte mich nämlich einmal an der Sozialwahl beteiligt. Die Namen der aufgestellten Kandidaten sagten mir nichts. Programme der Kandidaten? Fehlanzeige! Also kreuzte ich auf das Geratewohl hin an und beschloss insgeheim nie mehr einen Brief zu öffnen, der mich zur Sozialwahl aufforderte.

Ohne Information ist Demokratie nichts. Wie entscheiden Sie sich?

Der „Logarithmus von 1“ ist Null oder Eins?

Ich schätze, dass diese Wahl auch ganz knapp ausgehen wird. Dabei sollte jeder Abiturient wissen, dass „2 hoch 0“ Eins ist, ergo muss der „Logarithmus von 1“ zur Basis zwei (oder welche Basis auch immer) - Ja richtig verstanden: Das ist Basisdemokratie - Null sein. Ohne Bildung ist Demokratie ein Spielfeld für Populisten mit einfachen, aber überzeugenden Theorien, häufig nur erfunden, um die Wirklichkeit auf den Kopf zu stellen.

Demokratie braucht Bildung

Donald Trump ist der populistische aller Populisten. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte man versucht, ihm beginnende Demenz nachzuweisen. Daran glaubte ich nicht. Er ist nicht sonderlich gebildet, hat kein Interesse an gedanklichem Tiefgang, liest keine Bücher, schaut Fernsehen und lauscht dabei nur Sendern, die ihm das perfekte Echo liefern. Aber demenzkrank ist der nicht!

Make America great again!“ Trump wollte Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen, indem er sein Land vom internationalen Handel durch Zölle und Wirtschaftssanktionen abschottete. Zölle auf Gütereinfuhren behindern den Außenhandel und schaffen in den eigentlich international nicht wettbewerbsfähigen Zweigen der Automobil- und Stahlindustrie Arbeitsplätze. Dabei werden die Güter für die nationalen Konsumenten eher schlechter und teurer, denn die amerikanischen Konsumenten bevorzugten die Auslandserzeugnisse. Ihr Wohlstand sinkt also.

Die Arbeitsplatzgewinne gehen auf Kosten von Arbeitsplatzverlusten in anderen, eigentlich wettbewerbsfähigen Branchen, weil das Ausland seinerseits mit Gegenzöllen antwortet. Betroffen sind insbesondere die amerikanischen Getreidebauern des Mittleren Westens, Trumps wichtigste Klientel. Am Ende hat nicht nur der nationale Lebensstandard gelitten, auch die ursprünglichen Arbeitsplatzerfolge wurden durch Arbeitsplatzverluste in anderen Branchen konterkariert. Außer dem Wohlstandsverlust bleibt am Ende nichts.

Dabei hat doch fast ein jedermann erfahren, wie günstig die langlebigen Konsumgüter, schaut man auf Textilien, Haushaltsgeräte, Möbel und Computer, seit den 90er Jahren, in denen die Globalisierung begann, geworden sind.

Demokratie braucht Bildung. Vielleicht sollte jeder wahlberechtigte Bürger, bevor er sich an einer Volksabstimmung beteiligen darf, erst einmal auf einem Fragebogen die richtigen Antworten zu grundsätzlichen Wissensfragen zum Thema ankreuzen. Nur solche Stimmabgaben sind am Ende als gültig zu behandeln, bei denen die vorangestellten Wissensfragen korrekt beantwortet wurden. Zugleich würde das Bildungsinteresse in der Bevölkerung ansteigen.

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